Glaubensbekenntnis

Die Mennonitischen Brüdergemeinden haben ihre geschichtlichen und theologischen Wurzeln in der Täuferbewegung und Reformationszeit in Mitteleuropa. Die Täuferbewegungen (die ersten evangelischen Freikirchen), die sich selbst einfach „Brüder“, nannten, wurden zuerst unter dem Namen Anabaptisten und später meistens als Mennoniten bekannt. Sie haben ihre Hoch- und Tiefpunkte gehabt; aber Gott hat in seiner Gnade immer wieder Erneuerungen geschenkt. Ein Zweig der Erweckungsbewegung innerhalb des Mennonitentums in Südrußland entwickelte sich zu einer eigenständigen Gemeinderichtung: 1860 wurde die Mennonitische Brüdergemeinde gegründet.

Bibel

Das Ziel der ersten Täufer und der Mennonitischen Brüder war und ist es, den Glauben und das Leben der neutestamentlichen Gemeinden für das private und gemeinsame Verhalten in Gemeinde und Gesellschaft wiederzugewinnen. Sie betrachten ihr Bekenntnis als ein öffentliches Glaubensbekenntnis, das auf Gottes Wort beruht.

Sehr früh schon versuchten unsere Glaubensväter, ihr Schriftverständnis und ihre Bibelgläubigkeit durch ein Glaubensbekenntnis zum Ausdruck zu bringen. Dabei stellten sie das Glaubensbekenntnis „nicht neben, sondern unter die (Heilige) Schrift“. Deshalb haben die Gemeinden sich auch nicht gescheut, ihr Bekenntnis an Hand der Bibel zu überprüfen, erneut zu durchdenken und für den zeitgenössischen Leser neu zu formulieren.

Das Schriftverständnis, das dem „Glaubensbekenntnis Mennonitischer Brüdergemeinden“ zugrundeliegt, ist dasselbe wie im „Glaubensbekenntnis der Vereinigten Christlichen Taufgesinnten Mennonitischen Brüdergemeinde in Russland, 1902“. Die angesprochenen Wahrheiten entsprechen denen der ursprünglichen Fassung. Jedoch sind sie kürzer gefasst und in heutigem Deutsch geschrieben. In der vorliegenden Form wurde das Glaubensbekenntnis 1975 von der AMBD unter der Federführung von Br. John N. Klassen verfasst. Da der BTG sich auf der Grundlage des Glaubensbekenntnisses von 1902 gründet, liegt es nahe, diese Fassung im täglichen Gebrauch der Gemeinden zu verwenden.

Als Anhang ist das ICOMB-Glaubensbekenntnis beigefügt. Es ist ein Bekenntnis, das innerhalb der weltweiten Zusammenarbeit entstanden ist und als Wegweisung für die einzelnen nationalen Gemeindeverbände dient. Im Aufbau und der thematischen Darstellung wird versucht, einfach und prägnant den Weg Gottes mit der Gemeinde darzustellen. Es ist empfehlenswert, dieses Glaubensbekenntnis besser kennenzulernen und in den Gemeinden ergänzend einzusetzen.

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